Innovation aus Dresden: Spritzgießanlagen zur Verwertung alter Kunststoffe

(v.l.) Dr. Volker Reichert von der A&E Produktionstechnik GmbH , Franziska Seidel von der CKT-Ökosplast GmbH | Bildnachweis: www.IQ-Mitteldeutschland.de | Guido Werner

Beim 18. Innovationspreis Mitteldeutschland gingen drei 2. Plätze an Unternehmen aus Sachsen. Mit dabei war die A&E Produktionstechnik GmbH aus Dresden. Mit ihrer Entwicklung von Spritzgussanlagen zur Verwertung von altem Kunststoff stellt sich das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der CTK-Ökoplast dem Wegwerftrend entgegen. 

Mit dem Wettbewerb fördert die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland neuartige Produkte, Dienstleistungen und Verfahren zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in Mitteldeutschland. „IQ“ steht hier für Innovationsquotient“. Dementsprechend groß war die Freude bei der A&E Produktionstechnik über den 2. Platz beim 18. Innovationspreis Mitteldeutschland. „Wir freuen uns über den Erfolg, zeigt uns die Auszeichnung doch, dass wir mit unseren Produkten und Verfahren auf dem richtigen Weg befinden.“, so Geschäftsführer Volker Reichert. „Sehr viele Kunststoffteile des Alltags, aber auch in Medizin und Industrie, werden im Spritzgießverfahren hergestellt. Dazu werden Kunststoffschmelzen in ein formgebendes Werkzeug gespritzt und diesem nach Abkühlung entnommen. Bisher wurde kaum alter Kunststoff in diesem Verfahren genutzt, da die Entsorgung wirtschaftlich günstiger war als Recycling. Mit unserer Entwicklung von Spritzgießanlagen zur Wiederverwertung von altem Kunststoff stellen wir uns in Kooperation mit der CKT-Ökoplast dem Wegwerftrend entgegen.“, erklärt Reichert.

Verfahren reduziert der CO2-Fußabdruck der Kunststoff-Formteile

Mit dem Verfahren werden in einem Zyklus nacheinander zwei verschiedene Schmelzen – zuerst Neu-Kunststoff, danach Alt-Kunstoff – über eine Düse in das Werkzeug gespritzt. Dabei entstehen Formteile in Haut-Kern-Struktur, bei denen der Alt-Kunststoff vollständig vom Neu-Kunststoff umschlossen wird. Der Anteil von Alt-Kunststoffen kann in diesen Formteilen bis zu 60 % betragen. Durch die Verwendung von Alt- anstelle von Neu-Kunststoff wird der CO2-Fußabdruck der Kunststoff-Formteile stark verringert.

In der Kooperation zwischen beiden Unternehmen, die die Innovation gemeinsam einreichten, wird das Verfahren weiter optimiert und es werden neue Anwendungen dafür erschlossen. In Zeiten der knappen Ressourcen treffen sie damit auf eine große Nachfrage und sorgen mit jedem produzierten Produkt dafür, dass Altkunststoffe aus Verpackungen, Elektro- und anderen Anwendungen wieder einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt werden.